Pflegekosten

Dank eines sparsamen Lebensstils haben ältere Menschen oftmals ein ansehnliches Vermögen aufbauen können. Nicht wenige besitzen ein Eigenheim mit einer tiefen hypothekarischen Belastung und verfügen über weitere Vermögenswerte. Vor der Vorstellung, dass das mühsam ersparte Vermögen durch hohe Pflegekosten aufgebraucht wird, davor schrecken vermögende Pensionäre sehr oft zurück. Sie wollen ihr Vermögen schützen, indem sie es frühzeitig an ihre Nachkommen weitergeben. Die Übertragung der Liegenschaft, verbunden mit einem Wohnrecht oder einer Nutzniessung, steht dabei vielfach im Zentrum dieser Überlegungen.



Wer vor einem Heimeintritt seine Liegenschaft auf die Nachkommen überträgt, kann das Vermögen, das in der Liegenschaft steckt, vor einem späteren Zugriff der Behörden schützen. Wird die Liegenschaft ohne Gegenleistung den Nachkommen vorzeitig übertragen, betrachten die Behörden dies als so genannten «freiwilligen Vermögensverzehr». Sind aufgrund eines freiwilligen Vermögensverzehrs nicht mehr genügend flüssige Mittel vorhanden, um für die späteren Pflegekosten 
aufzukommen, dann besteht kein Anspruch mehr auf Ergänzungsleistungen. Die AHV-Behörden rechnen jeden freiwilligen Vermögensverzehr an, wie wenn er noch da wäre, da freiwillig darauf verzichtet wurde. Die Einräumung eines Wohnrechts oder einer Nutzniessung kann die Höhe des freiwilligen Vermögensverzehrs reduzieren, indem das Wohnrecht oder die Nutzniessung kapitalisiert werden und  eine Schenkung oder einen Erbvorbezug verringern.

Mit der rechtzeitigen Planung hat man die Gewissheit, dass der eigene Nachlass so weitergegeben wird, wie man es möchte. Streitigkeiten unter den Erben können mit umsichtigen Vorkehrungen oftmals verhindert werden. Ausserdem kann eine geschickte Planung zur Reduktion der Erbschaftssteuern für die Hinterbliebenen führen.